Archiv für den Monat: September 2016

treibhaus kommt rum – diesmal beim Ars Electronica Festival in Linz, part 5

Digitale Kunst fordert gern heraus zu spaßigen Spielchen mit dem eigenen Ego. Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Es geht aber auch ernsthafter und mit echtem Mehrwert. Siehe unten!

Das Ars Electronica Festival ist das international bedeutendste Festival der digitalen Kunst. Es präsentiert Trends und Zukunftsvisionen in enger Verbindung zu gesellschaftlichen Fragen. Die Besucher erleben Raum-Installationen, künstlerische Interventionen, Konzerte, Performances, Labor-Experimente, Workshops und Diskussionsforen. Die Ars Electronica findet jährlich im österreichischen Linz statt.  treibhaus 0.8-Studis stellen ihre Favoriten vor.

Mirjam Weinschenk, Konzeptions-Volontärin bei Full Moon in Stuttgart:

Spieglein…Spieglein – Der Future Self Mirror

Welchen wirklichen Nutzen haben die derzeit trendigen Fitnessarmbänder? Liefern sie uns nicht vielmehr eine Momentaufnahme eines Gesundheitsstandes, als die Funktion eines langfristigen Motivators?
So oder so ähnliche Gedankenstränge mussten die Studentinnen, die den Future Self Mirror entwickelten, verfolgt haben.
Der Future Self Mirror zeigt anstatt blanker Zahlen oder abstrakter Prognosediagramme ein beeindruckend realistisches Zukunftsbild auf und beantwortet die Frage, wie wir uns beim Beibehalten unseres jetzigen Lebensstils optisch weiter entwickeln werden.
Die unmittelbare Konfrontation mit sich selbst motiviert zum Ändern oder Weiterführen kulinarischer, körperhygienischer und sportlicher Gepflogenheiten.
Ich selbst kann mich beispielsweise an einem gemütlichen Sonntagmorgen nur schwer durchringen in das Fitnessstudio zu gehen, genauso schwer fällt es mir auf den obligatorischen Nachtisch nach dem eigentlichen Essen zu verzichten. Für alle Sportmuffel, Süßigkeitenliebhaber und Couchpotatos ist der Future Self Mirror sicherlich ein funktionierender Lebensstiländerer. Schließlich kann ein einfacher Blick in Spiegel ein „so-will-ich-aber-nicht-aussehen“-Gefühl auslösen und zum sofortigen Handeln anregen.

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treibhaus kommt rum – diesmal das Ars Eletronica Festival in Linz, part 4

Das Ars Electronica Festival ist das international bedeutendste Festival der digitalen Kunst. Es präsentiert Trends und Zukunftsvisionen in enger Verbindung zu gesellschaftlichen Fragen. Die Besucher erleben Raum-Installationen, künstlerische Interventionen, Konzerte, Performances, Labor-Experimente, Workshops und Diskussionsforen. Die Ars Electronica findet jährlich im österreichischen Linz statt.  treibhaus 0.8-Studis stellen ihre Favoriten vor.

Denitsa Ruseva, Konzeptionsvolontärin bei Concept X in Rheine:

DIE HIPSTER-BAR
Wenn du dich als echten Hipster bezeichnest, musst du unbedingt an der Hipster Bar prüfen, ob das stimmt. Die Installation des Künstlers Max Dovey verwendet einen Computeralgorithmus, der dein Outfit mit Tausenden von Instagram Fotos mit dem #hipster vergleicht. Wenn die Kennzeichen zu 90 % übereinstimmen, dann ist für dich der Weg zur Hipster Bar frei – eine Schranke geht hoch und du bekommt umsonst ein Bier. Der Spaß ist garantiert.

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treibhaus kommt rum – diesmal: das Ars Electronica Festival in Linz, part 3

Das Ars Electronica Festival ist das international bedeutendste Festival der digitalen Kunst. Es präsentiert Trends und Zukunftsvisionen in enger Verbindung zu gesellschaftlichen Fragen. Die Besucher erleben Raum-Installationen, künstlerische Interventionen, Konzerte, Performances, Labor-Experimente, Workshops und Diskussionsforen. Die Ars Electronica findet jährlich im österreichischen Linz statt.  treibhaus 0.8-Studis stellen ihre Favoriten vor.

Sarah Többen, Volontärin für Konzeption/Kreation bei pro event live-communication in Heidelberg:

BLACK HOLE HORIZON
Digitalisierung. Komplexe Dinge werden auf einmal ganz einfach. Bei neuen technologischen
Entwicklungen kann ich mittlerweile mit meinen Augen schreiben, ohne zu wissen, wie die
Technik dahinter funktioniert. Musik entwickelte sich vom Spielen realer Instrumente hin zu
einer unendlichen Möglichkeit, Kompositionen zu gestalten. Dazu müssen wir nicht wissen, wo
oder wie die Töne entstanden sind, es reicht ein Mausklick.
Genau deshalb gefällt mir die Installation von Thom Kubli so gut. Ein digitaler Sound, der durch
ein schwarzes Loch, in Gestalt von Drucklufthörnern, Seifenblasen entstehen lässt. Eine
Installation, die den Tönen dadurch eine neue physische Gestalt gibt, ohne dabei auf den
Ursprung des Sounds einzugehen. Eine Besinnung auf etwas, was verloren ging, wirklich schön
inszeniert.

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treibhaus kommt rum – diesmal beim Ars Electronica Festival in Linz, part 2

Ars Electronica 2016: Schauspieler, Autor und Regisseur Pao-Chang Tsai während seiner Performance Solo Date. © Pao-Chang Tsai
 

PERFORMANCE
Solo Date von Pao-Chang Tsai
Die Performance Solo Date spielt in der nahen Zukunft und untersucht die Interaktion zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz. Dabei wirft Solo Date philosophische Fragen über menschliche Emotion, Existenz und Einsamkeit auf. Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine wird hier neu definiert. Die Bühne: Ein transparenter, von LEDs beleuchteter Würfel. Ein Set Design von Yu-Han Huang. Als Hauptdarsteller, Autor und Regisseur seiner ersten Solo Performance nimmt Pao-Chang Tsai das Publikum mit auf die Suche nach einer verlorenen Liebe. In diesem Zusammenhang werden die Themen Treue und Eifersucht im Zeitalter von Online-Dating behandelt. Als einziger Schauspieler, auf der Bühne, interagiert Pao-Chang Tsai mit Visualisierungen des Designers Ethan Wang.

Solo Date wird unter anderem vom Ministerium für Kultur Taiwan unterstützt.
Der Autor:
Foto_Jimmy-Can Taymus Jimmy-Can Taymus, Volontär bei CB.e, Berlin

 

 

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treibhaus kommt rum – diesmal: die Großveranstaltung “Klangwolke” in Linz

Ein starker Veranstaltungsort: das Donau-Ufer im Zentrum von Linz.

Die Wolke
Der Traum eines jeden Konzeptioners:
Eine laue Sommernacht. 100.000 Besucher im Donaupark. Festival-Atmosphäre. Freudige Erwartung. Aufgeweckte Stimmung. Und scheinbar unbegrenztes Budget. Willkommen bei der Linzer Klangwolke!

Der Albtraum eines jeden Konzeptioners:
100 Drohnen + 2 Großleinwände + Wasserwand + Projektionskugeln +Boote+Ruderboote+Chor+Live-Band+Kinder+Mitsingen+Filme+Autos+Nebel+
TrucksTänzerAkrobatenScheinwerferFeuerPapierfliegerFlyboardLEDs und endlich, endlich, nach einer laaaaangen Spektaktelstunde: das Feuerwerk! Aber bitte möglichst viel BUMM in möglichst keiner Zeit. Verhaltener Applaus. Ende. Die Besucher bleiben ratlos am Ufer zurück.

Und wofür das alles? Was bleibt am Ende der Veranstaltung übrig? Ich erinnere mich an schrille Musik, Bilder von Revolution und Zerstörung, bedrohliche Worte und viele schwarze Raben. Wenn es das Ziel war, 100.000 Menschen mit einem beklemmenden Gefühl und verstörenden Bildern im Kopf nach Hause zu schicken, dann chapeau! Aber eigentlich hatte ich mich auf das 50-jährige Jubiläum der Universität Linz gefreut. Doch nach dieser Uni Horror Show bekommen die Kinder hoffentlich keine Albträume vom Studieren.

Der Autor:
Foto_AndreasAndreas Koch ist Student am treibhaus 0.8 und Konzeptions-Volontär in der Frankfurter Agentur VOSS+FISCHER. Er hat einen Master in Kultur- und Medienwissenschaft.

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treibhaus kommt rum – diesmal beim Ars Electronica Festival in Linz, part 1

Die Autorin in der “Sonic Wildness”

Das Ars Electronica Festival ist das international bedeutendste Festival der digitalen Kunst. Es präsentiert Trends und Zukunftsvisionen in enger Verbindung zu gesellschaftlichen Fragen. Die Besucher erleben Raum-Installationen, künstlerische Interventionen, Konzerte, Performances, Labor-Experimente, Workshops und Diskussionsforen. Die Ars Electronica findet jährlich im österreichischen Linz statt.  treibhaus 0.8-Studis stellen ihre Favoriten vor.

Sabrina Wyschkon, Volontarärin bei OCCASEO, Leipzig:

Räume neu erleben: “Sonic Wildness” mit Usomo in der Postcity der Ars Electronica

Eine faszinierend-multisensorische Erfahrung gab es in der Postcity zu erleben:  Steffen Armbruster und Antye Greie Rapanti benutzen für “Sonic Wildness” die Technik von Usomo und schaffen damit ein kurzes aber sehr intensives Erlebnis. Über Kopfhörer mit Usomo Trackingmodul, mehreren in den Räumen verteilten Sendern und einem Smartphone wurde hier eine 360 Grad Klangwelt geschaffen.
Ohne Erklärung erhielten wir am Eingang der Installation Kopfhörer und Smartphone und gingen vorsichtig in den ersten Raum. Hier wurde die Funktion schnell ganz intuitiv klar: Bei Annäherung an eine der herunterhängenden Kugeln wurde eine Botschaft durch den Kopfhörer lauter, während andere verstummten. Befand man sich zwischen zwei Kugeln, war ein Stimmgewirr mit Botschaften  zu hören.

FullSizeRender Neue Raum-Klang-Erfahrungen – treibhaus 0.8 Studis lassen sich inspirieren

Als nächstes betrat man einen dank schwarz-weiß Streifen-Muster psychedelisch anmutenden Gang. Hier waren es keine klaren Botschaften mehr, die über den Kopfhörer je nach Position vermittelt wurden, sondern vielmehr Töne und am Endes des Ganges lautes Geschrei- analog zum disharmonischen Verlauf des Musters am Gangende. Mit einem Schritt in den nächsten Raum verstummte allerdings das Geschrei abrubt. Hier gab es am Boden Steine, die Töne und Botschaften aussendeten.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass den Machern von Sonic Wildness ein sehr schönes, ja fast schon synästhetisch anmutendes Beispiel für die Nutzung von Usomo gelungen ist. Die Installation war mein persönlicher Favorit auf der Ars Electronica, weil ich das interaktive Erfahren des Raumes extrem spannend fand und davon überzeugt bin, dass die Technik sich sicherlich auch sehr gut für Szenogaphie, Ausstellungen, Bildung und Events nutzen lässt.

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