Archiv der Kategorie: 6. Jahrgang

Messe – die Mutter der Live-Kommunikation

SONY DSCIAA 2013 – Unendliches Mitfahrvergnügen für die Besucher auf der Achterbahn-Fahrstrecke quer durch den BMW-Messestand (Foto: Christoph Nitz)

Messen sind uralte und höchst erfolgreiche Kommunikationsorte. An keinem anderen Ort kommen Unternehmen mit ihren Kunden so intensiv zusammen wie an einem Messestand.
SONY DSC Automesse heißt nicht immer Hochglanz: Rustikale Liebesgrüße an den Mini (Foto: Christoph Nitz)

Beim 2-tägigen Messe-Workshop mit CD Christoph Nitz gab es zuerst eine kurze, aber wichtige Einführung in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte von Messe allgemein.
Im Mittelpunkt des Workshops stand die übergeordnete Leitidee mit Bezug zur Marke und den Messehighlights. Der Schwerpunkt lag auf Raumdramaturgie und Besucherführung als entscheidendes Tool der Erlebnisinszenierung.
SONY DSC Ganz große Oper. Eine künstlerisch inszenierte Show gehört heute zum Messestand- zumindest bei den führenden Automarken (Foto: Christoph Nitz)

Dazu zeigte der erfahrene Messestand-Inszenierer Christoph Nitz Stand-Dokumentationen von Messen, die für ambitionierte Kreative besonders interessant sind: IAA, IFA, Gamescom. Natürlich zeigte Christoph Nitz dabei auch seine eigenen Messestand-Konzepte – realisierte und nicht realisierte. Zur Freude der Studenten reicherte er die Entwürfe mit Hintergrund-Storys und Anekdoten an, die mehr über das wahre Messe-Leben erzählen als viele Fotos vom edlen Stand-Design. Dabei konnten die meisten treibhaus 0.8-Volontäre gut mitreden, weil fast alle in ihrem Agentur-Jahr schon mit Messeauftritten konfrontiert waren. Erfahrungswerte wurden ausgetauscht und sehr lebendig diskutiert.
SONY DSC Die meisten IAA-Besucher wollen einfach nur tolle neue Autos angucken –  und erhalten ein nachhaltig prägendes Markenerlebnis. (Foto: Christoph Nitz)

Am zweiten Tag war dann „selber machen“ angesagt. In 2er Gruppen näherten sich die Volontäre möglichen Messeauftritten von Audi und Mercedes. Die entwickelten Ansätze wurden im Anschluss an eine kurze Präsentation in der Gruppe bewertet und diskutiert. Klar wurde in diesem Workshop: Messestand-Konzeption ist wesentlich mehr als Messestand-Design und erfordert – wie jede Live-Kommunikation – eine überzeugende „Story“ und eine Menge dramaturgisches Denken.

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Warum ganzheitliche Kommunikation wirklich Sinn macht

Der Integration von klassischer PR, Online- und Eventkommunikation gehört die Zukunft. Alle reden davon. Und wie sich in dem Workshop „PR-Event und Kampagne“ von Anton Martic, (Group Head PR bei Roth &Lorenz) zeigte zu Recht. Aber nur wenige Agenturen bieten den strukturellen Rahmen, sie in die Tat umzusetzen.

Anton Martic nahm uns in dem Workshop mit auf eine imaginäre Reise in die Arbeitswelt von Kommunikationsmanagern. Aus diesem Blickwinkel betrachtet und anhand von realen Cases, analysierten wir die zentralen Aufgaben und Ziele einer ganzheitlichen Kommunikation. Schnell wurde klar, dass das Zusammenspiel von Experten aus den Bereichen klassischer PR, Event- und Onlinekommunikation gerade in der konzeptionellen Anfangsphase eine enorme Schlagkraft entwickeln kann. Kreativität trifft auf dezidierte Zielgruppenanalyse, auf Fragen, wie: Welchen Nachrichtenwert bietet das Event für Journalisten und für die Zielgruppe? Wie findet vor und nach dem Event die Gestaltung und Steuerung eines zielgerichteten Informationsflusses statt? Wie können langfristige Beziehungen zu Kommunikationspartnern mithilfe dieses Events aufgebaut werden? Und wie können wir die Geschichte nach dem Event oder der Kampagne weitererzählen?

Diese Fragestellungen sind richtig, wichtig und erweitern den konzeptionellen Horizont. Sie lassen uns weiterdenken, ermöglichen Konzepte, die über die eigentliche Aufgabenstellung hinausgehen. Unsere Erkenntnis: Agenturen, die diesen redaktionellen und kreativen Input als Mehrwert anbieten sind klar im Vorteil.

Weitere Learnings oder goldene Regeln der PR:

Erste Regel: Wenn Du nicht wirklich etwas zu erzählen hast, lass es bleiben.

Zweite Regel: Bei Pressemitteilungen gilt das KISS-Prinzip: Keep It Short and Simple!

Dritte Regel: Rufe einen Journalisten niemals montags und niemals nach 16 Uhr an.

Vierte Regel: What’s the news? Wenn Du den echten Nachrichtenwert Deines Events oder Deiner Kampagne überprüfen willst, schreibe eine Pressemitteilung.

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Wir wollen Schoko-Muffins, Liebesgeschichten und pfeifen auf die Aerodynamik – Das treibhaus 0.8 besucht BMW World und Museum

Bild Isetta BMW-World

Isetta, auch „Knutschkugel“ oder „Schlaglochsuchgerät“ genannt

München, 11 Juli 2014.
„Wenn ein Auto, dann BMW.“ – so lautete die treibhaus 0.8 Aufgabe für eine BMW Kampagne des Monats – oder genauer gesagt, das Ziel der Aufgabe. Zielgruppe sind wir selbst – die magische Generation Y und alle, die sich im besagten Dunstkreis befinden.
Nicht dass wir uns auch nur im Entferntesten eines ihrer prestigeträchtigen Modelle leisten könnten und sich unsere Erfahrungen meistens auf das Ausleihen von Mamas bzw. Papas Auto beschränken. So kam es dann auch, dass wir uns am Freitag in der BMW World versammelten, um uns den ganzen Laden mal anzusehen.
Was ist mir nach zwei Führungen – eine im Museum, eine in World – in Erinnerung geblieben?
1. Der mächtige und vielumjubelte Bau vom österreichischen Architekturbüro Coop Himmelb(l)au, der sich mit einem Blick nicht erschließen lässt. Zwar wird sein Dach als „Dachwolke“ bezeichnet – mich jedoch erinnert das Gebäude an einen Baum, dessen Krone sich vom Wind in eine Richtung neigt. Im Zentrum dieses Gebäudes befindet sich der „Marktplatz“, auf dem die neusten Modelle sowie die Markenwelt wie auf einer Einkaufszeile ausgestellt werden.
2. Ein Mitarbeiter, der uns überaus charmant an der Tür begrüßte und wie ein Kater um uns kreiste, während er in klassischer Schmalzmanier  mit Komplimenten nicht geizte. „Ach nein, hören Sie auf…hihihi“
3. Unsere bezaubernde Führerin, die uns mit ihrem sympathischen französischen Akzent durch das Museum lotste und sogar Automobil Uninteressierte mit der Geschichte des bayrischen Automobilherstellers samt Anekdoten fesselte.
4. Der 3 Euro Schokoladen Muffin mit Schokoladencreme-Kern, den ich mir einfach gönnen musste und mit dem ich mir meine Finger einsaute.
5. Die Besucher, die aus der ganzen Welt angepilgert kommen. Wer hätte gedacht, dass BMW World und Museum heute mehr Touristen abfertigt als Schloss Neuschwanstein.
6. Die kühlschrankähnliche Isetta, auch „Knutschkugel“ oder „Schlaglochsuchgerät“ genannt, mit der man auf dem Beifahrersitz durch den Marktplatz gurken darf und die BMW in den 50er Jahren den Hintern durch die Krise gerettet haben soll. 
7. Die interessante Liebesgeschichte, die sich hinter der Skulptur verbirgt, die auf fast jedem Rolls Royce Grill zu sehen ist – der „Spirit of Ecstasy. Diese kann man vielleicht sogar bald (in 2-3 Jahren) im Kino sehen, da der Regisseur Lord Richard Attenborough schon seit längerem plant den Film „Silver Ghost“ zu produzieren. Eventuell werden dafür auch Anthony Haas und Martin Scorcese ins Boot geholt.
8. Und natürlich die Tatsache, dass uns die alten BMW Modelle, ob Motorrad oder Automobil einfach viel besser gefallen! Wer braucht schon Aerodynamik?!!!
Daher lautet meine Antwort auf die Aufgabenstellung: „Wenn ein Auto, dann eine Isetta! Der ist Aerodynamik nämlich egal und leisten könnten wir sie uns sogar fast auch für ihren alten Preis von 2.580 DM – aber nur fast. 
Roberta Janosi

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Zugang zur Generation Y – Berliner Bank und Kreativ-Nachwuchs diskutieren Konzepte für den Bankkunden der Zukunft

Berliner Bank | Workshop Szenischer Raum | TU Berlin

Foto: deckbar

Die Marketing-Abteilung der Berliner Bank beauftragte Szenografie-Studierende der TU Berlin, Ideen zu entwickeln, wie man die Gen Y in Berlin für das Thema Finanzen interessieren und für ein Beratungsgespräch in einer Bankfiliale motivieren kann.  Szenografen und treibhaus-Konzeptioner kamen zu einem Wochenenend-Workshop zusammen und arbeiteten 2 Tage lang intensiv in kleinen gemischten Teams. Am dritten Tag wurde vor Dozenten und Kunden präsentiert. 3 leitende Mitarbeiterinnen der Berliner Bank erlebten 6 Ideen-Konzepte von jungen Menschen, die als typische Vertreter der „Gen Y“ selber ein eher distanziertes Verhältnis zu  Bankprodukten haben.

Gabriele Hans, Managerin Angebotsmarketing und Markenkommunikation, hat das Projekt initiiert  und engagiert begleitet. Wir fragten sie nach ihren Eindrücken:

treibhaus 0.8: Frau Hans, welche Erwartungen hatten Sie im Vorfeld an die Zusammenarbeit von Berliner Bank mit Studententeams von TU und treibhaus 0.8?

Berliner Bank | Workshop Szenischer Raum | TU Berlin

Foto: deckbar

G.H.: Wir merken im geschäftlichen Alltag, dass sich insbesondere junge Leute wenig mit Finanzthemen und der Notwendigkeit für ihre eigenen Zukunft vorzusorgen auseinandersetzen. Uns hat daher interessiert, wie die sogenannte GenY über Banken denkt und welche Angebote für sie relevant sind. Zentral war dabei für uns die Frage, was wir tun können, um mit der Zielgruppe in den Dialog zu kommen und ihr den Zugang zu unseren Beratungsleistungen zu erleichtern. 

Was lag also näher, als dieses Thema mit dem kreativen Nachwuchs aus der Zielgruppe aufzugreifen und in einem zwanglosen Rahmen ergebnisoffen zu diskutieren.  

Berliner Bank | Workshop Szenischer Raum | TU Berlin

Foto: deckbar

treibhaus 0.8:  Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Studierenden erlebt?

G.H.: Wir haben uns im Vorfeld einen Austausch gewünscht, der frei von allen Zwängen und Rollen sein sollte, die es üblicherweise zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer gibt. So entwickelte sich schnell ein überraschend kontroverser und offener Austausch, den wir nicht zuletzt wegen seiner Authentizität als sehr wertvoll empfunden haben. Schön, dass sich alle Beteiligten darauf eingelassen haben.

treibhaus 0.8:  Wie fanden Sie die sechs präsentierten Ideen?

G.H.: Sehr inspirierend! Jedes Team hat sich dem gestellten Thema aus einer ganz eigenen Perspektive gestellt und spannende Ansätze entwickelt, die eine gute Basis für Weiterentwicklungen bieten.

treibhaus 0.8:  Mit welchen Learnings und Inspirationen gehen Sie nach dem Ausflug in die Welt der jungen Kreativen wieder zurück ins Büro?

treibhaus 0.8, Berliner Bank, Studiengang Bühnenbild szenischer Raum

Foto: deckbar

G.H.: Die GenY ist eine extrem kritische Zielgruppe, mit einem distanzierten Verhältnis gegenüber Finanzdienstleistungen. Diese Distanz gilt es durch kontinuierliche Dialogangebote aufzubrechen, die überall dort unterbreitet werden müssen, wo sich die Zielgruppe bewegt: im öffentlichen Raum, im häuslichen Umfeld oder im Internet. Neben Finanzthemen kann und soll es dabei auch um die glaubwürdige Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen gehen, die die Zielgruppe bewegen.

Um das Vertrauen der jungen Leute zu gewinnen, müssen die Bankmitarbeiter also auch mal raus aus der Filiale, in das unmittelbare Umfeld der GenY.

Bei der Beratung stehen Transparenz und Offenheit und die verständliche und unverbindliche Unterbreitung von Angeboten im Fokus. Die Zielgruppe will überzeugt und nicht überredet werden.

Dieser klare Wunsch nach einem Austausch von „Mensch zu Mensch“ hat uns bei der vermuteten Online-Affinität der Zielgruppe ein wenig überrascht, aber auch sehr gefreut. Bestätigt sie doch unser Geschäftsmodell  einer filialgestützten Bank, mit modernen SB-Services und Online-Zugangswegen.  

Das Interview führte Annette Beyer. 

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Best of ADC Nachwuchskongress

 488818581AK123_ADC_Festival 488818581AK081_ADC_Festivaltreibhaus 0.8 beim Nachwuchs-Kongress des ADC : 1 intensiver Arbeitstag,  10 Vorträge, 100 Learnings
Unsere Auswahl:
Thomas Frenzel – Gestaltungsprozesse im Innovationslabor
Thomas Frenzel gehört zum Team des Innovationslabors und gibt Einblicke, wie Innovationen aus einer fixen Idee geboren werden und welche Mittel freies, kreatives Arbeiten braucht. Denn ‚Ideen brauchen Platz. Learning: Man muss nicht immer um Erlaubnis fragen. Aber man sollte für seine Idee brennen und eine ordentliche Portion Selbstvertrauen, gutes Durchhaltevermögen und ab und zu auch mal eine Kampfansage mitbringen. 
Corinna, Agentur Synergy In Travel, Berlin

Rei Inamoto: Learning to fail
Rei Inamoto sprach in seinem Vortrag “Learning to fail” darüber, wie man den richtigen Job findet, sprachliche Barrieren als Chance versteht und Rückschläge in Arbeitsprojekten als entscheidende Lernfelder entdecken kann. Von Rei konnte ich lernen, alles kreative Schaffen als essentiell für spätere Arbeit zu begreifen – in welchem Bereich auch immer diese Arbeit liegen mag. Auch eigene Schwächen können zum Vorteil dienen, wenn man den Mut hat, aus ihnen heraus neue Wege zu gehen.
Jonathan, Agentur insglück, Köln

Jan Schwochow:  Die Renaissance der Informationsgrafik
Jan Schwochow, der Autor des Buches „Deutschland verstehen“ appelliert in seinem Vortrag „Die Renaissance der Informationsgrafik“ an den Freidenkergeist von Illustratoren und geht dem Hype um Infografiken auf den Grund: Diese sind natürlich nicht neu erfunden, das Storytelling hingegen schon.
Der zunehmend komplexer werdende Datendschungel erschwert die Illustration der Wahrheit und macht gründliche Recherche sowie Quellenvergleich notwendig – traue niemals einer fremden Grafik! Anspruch muss es sein, dass Infografiken nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Wissen schaffen, das heißt, dass der Betrachter zu neuen Erkenntnissen kommt. Dabei bringt dieser nach wie vor die Perspektive mit: Unterhalte mich! Dann bin ich auch offen für Informationen. 
Christin, Agentur Voss+Fischer, Frankfurt

Matthias Storath: Branded Content im Digitalen Zeitalter
Der Kreativgeschäftführer von Ogilvy & Mather definiert Branded Content als „Alles was nicht direkt Werbung ist, was aber als Content verkauft ist“, was im Digitalen Zeitalter zum wichtigsten „Paidmedia“ geworden ist. Ein Phänomen, das eine sehr besondere Charakteristik hat: In nur 6 Monate verändert es sich schon komplett. Darüber hinaus besteht für einen Branded Content Profi die Herausforderung, sich immer intensiv auf dem Laufenden zu halten: da es keine Richtlinien gibt, muss man sich immer wieder mit Neugierde in „Neuland“ begeben. Einziger Rat: „halte es einfach Einfach!“
Sara, Agentur insglück, Berlin

Kurzfilm-Tipp: New German Directors` Showcase
Zum 6. Mal zeichnet Saatchi & Saatchi mit dem NGDS überragende Kurzfilme und ihre Macher aus. Die Gewinnerfilme, von einer Jury aus 230 Einreichungen ausgewählt, repräsentieren dabei die ganze Vielfalt dieser Mediendisziplin. Mehr auf: facebook.com/ngdsc
Jascha, Agentur Kontrapunkt, Hamburg

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