Archiv der Kategorie: Wettbewerbe

treibhaus diskutiert – diesmal über den FAMAB Award

csm_0447_20151112_FAMAB_Award_2015_84d7698f81 Funktionierende, beglückende, wirkungsvolle Events kann man beim FAMAB Award fast immer besichtigen. Kreative Ideen kaum.

Nehmt den FAMAB Apfel aus den Kreativ-Rankings raus!

Die Kreation zählt nur 40 %, in der Event-Jury sitzen kaum Kreative. Veranstaltungen, die einen mitten ins Herz  treffen, den Verstand nicht beleidigen und eine Viertelmillion Menschen wieder gesund nach Hause kommen lassen, haben einen FAMAB Award verdient! Wie das Lichtfest Leipzig. Nur einen Kreativ-Award hat dieses traditionsreiche Stadtfest nicht verdient. Und viele der preisgekrönten Projekte der letzten 15 Award-Jahre auch nicht. Gänsehaut, ja, das schon. Die Einreichungsvideos werden immer besser. Freudiges Staunen über die Intelligenz, den Charme, die überraschende Pointe einer Idee ? Ganz, ganz selten mal. GANZ selten. Wenn doch, reagiert das Awardshow-Publikum hörbar, wie in diesem Jahr beim Video über die kleine billige Guerilla-Aktion „Don´t Hide“ für ein Bielefelder Textilgeschäft. Die Lacher der Erkenntnis – bei  echten Kreativ-Awards hört man sie wesentlich häufiger.

Die Autorin:
Annette Beyer ist freie Konzeptionerin, Redaktionsmitglied der Fachzeitschrift Event Partner und Studienleiterin des treibhaus 0.8.  Ein ausführliches Statement zum FAMAB Award in der aktuellen Event Partner (6/2015, S. 50) – Diskussionsbeiträge erwünscht!

Facebooktwittergoogle_plusFacebooktwittergoogle_plus

ADC Wettbewerb 2014 – Wühltische für (Live-)Ideen

Ausstellungsschild

Der ADC /Art Directors Club für Deutschland zeigt jährlich im Mai die größte Leistungsshow der deutschen Werbung mit rund 3000 Einreichungen. Die präsentiert der ADC in Hamburg schön analog und  unübersichtlich auf den guten alten Pappen. Besucher müssen sich da tapfer durchwühlen. Wir bevorzugten die aussagefähigeren Einreichungsvideos. Das Stöbern lohnte sich wie nie zuvor!   

beutel nah  Beutel fern

Der auffälligste Werbetrend in den letzten 3 Jahren: Bei crossmedialen Kampagnen rückt die Live-Aktion vom äußersten Rand ins Zentrum der Kampagnen-Idee. Vorläufiger Höhepunkt: Den Grand Prix, also den Über-Oscar der Werber, gewinnt mit dem „Hornbach Hammer“ eine Promo-Aktion im Baumarkt.

Hammer, nur Kopf

Klebt da etwa Blut an meinem (Hornbach) Hammer?
Die  Hammer-Story: Ein tschechischer Panzer wird umgeschmolzen in viele hübsche Hämmer und in den Hornbach Baumärkten verkauft.  Medienhype – Riesenandrang am POS – Ausverkauf – KULT! Der Markenkern als Produkt. Live und zum Mitnehmen. Da freut sich das treibhaus 0.8! Manche von uns fanden das mit dem Panzer nicht so gut. „Wer weiß, wo der vorher im Einsatz war.“ Klar ist:  Die störende Schramme in der schönen glatten Werbeoberfläche gehört zum Wirkprinzip  – ohne Kratzer kein Kult. 

 Supergeil Badewanne  Smart

All Eyes on S4
Zum Launch des neuen Samsung Smartphones  ließ Sponsor Swisscom Bahnhofspassanten 60 Minuten auf das Handy starren, um die neue  Eyetracking-Funktion zu promoten. Die Agentur Heimat hatte „All eyes on S4“ in  einem Dutzend verschiedener Kategorien  eingereicht und wurde für dieselbe Idee mit 11 Nägeln belohnt.

Papst  mehr punch

iDemo  
Die Agentur Scholz & Friends dreht diesen schrägen Werbespot für die Spaßpartei „Die Partei“ aus dem Titanic-Umfeld. Die Idee: Eine Demo, bei der man als Bürger nicht persönlich erscheinen muss, sondern seine Parolen bequem von zuhause aus postet. Gekaufte Demo-Profis schwenken live die Protest-Screens mit so schönen Forderungen wie „Bundesliga raus aus Afghanistan.“Die Partei“ hat übrigens gerade einen Sitz im Europaparlament gewonnen.

Hörer

Zurück zum Mond – „Moon Messages“
Jung von Matt schickte die Stimmen junger Planetariumsbesucher per Satellit einmal zum Mond und zurück und machte mit diesem interaktiven Live-Erlebnis das gute alte Hamburger Planetarium für den Nachwuchs attraktiver.

Museumspass „Flashback“
Touristen erlebten beim obligatorischen Fotografieren der letzten Berliner Mauerstücke ein „Flashback“. Beim Fotoblitz  leuchteten auf der Mauer sekundenlang  historische Fotos auf. Das Auge nahm die Projektion kaum wahr, aber auf ihren Fotos sahen die Berlin-Besucher plötzlich Szenen aus der bewegten Geschichte der Mauerstadt. Die Agentur BBDO proximity Berlin hatte die Mauer prepariert und die Touristen entdeckten so „Berlins Hidden History“. 

Banner

Schade – alles weg!
Alle Gewinner-Arbeiten sind auf der ADC homepage zu besichtigen. Live-Kommunikation findet ihr in den Kategorien Räumliche Inszenierung, Out-of-Home und Ganzheitliche Kommunikation. 
Noch viel inspirierender fanden wir einige Ideen, die nicht prämiert wurden. Leider sind die Videos der Einreicher einen Tag nach der Awardshow von der ADC Homepage verschwunden.

Facebooktwittergoogle_plusFacebooktwittergoogle_plus