Archiv der Kategorie: 11. Jahrgang

Über den Future-Code der (Arbeits-)Welt … und einen spannenden Tag bei CB.e

„Morgen ist eh alles anders.“
Wir befinden uns in einer Phase der Digitalisierung, die von Hypes und Ängsten dominiert ist. Schlagworte wie Blockchain, Robotic, Big Data und künstliche Intelligenz verändern radikal unsere Lebens- und Arbeitssysteme und stellen uns und unsere Kunden vor neue Herausforderungen.

Was bedeutet es wirklich, in einer „digitalisierten“ Welt zu leben und zu arbeiten?
Für Michael de Gelmini, Leiter des Creative Department bei CB.e, ist die Sache ziemlich klar: Den Sprung ins digitale Heute und Morgen schafft nur, wer in der Lage ist anders zu denken, etablierte Strukturen zu verlassen und seine Produkte und Prozesse neu zu erfinden. China und San Francisco machen es vor. Hier steuern Algorithmen schon längst komplexe Verkehrssysteme. Träge Unternehmen, die sich selbstgerecht und zukunftsblind auf bisherigen Erfolgen ausruhen, werden früher oder später von der pfeilschnellen, agileren Konkurrenz überholt. Sicherheitsdenken ist gefährlich und hemmt Innovation.

Fortschritt gelingt durch Fortsprint.
Der Begriff „Disruption“ ist in diesem Zuge zu einer Art Schreckgespenst mutiert. Die heutige Debatte verkürzt die Zukunft auf das katastrophische Modell und die Angst, von der Substitution durch automatisierte Systeme betroffen und bald ohne Arbeit zu sein, ist groß. Dennoch geben Experten Grund zur Entwarnung: Disruptive Prozesse laufen viel natürlicher ab, ähnlich wie die der Biologie. In der Evolution der Arten kommt es auch immer wieder zu gewaltigen Umschwüngen und Kaskaden, in denen neue Spezies auf der Bildfläche erscheinen und alte verschwinden. Evolution ist spontan, füllt jede Nische und erfindet sich immer wieder neu. Durch den evolutionären Drift werden biologische Systeme und Spezies ständig komplexer und interdependenter. Diese Vorgangsweise lässt sich auf heutige Unternehmen übertragen.

Organisationen verhalten sich ähnlich wie biologische Organismen.
Sie sind vielschichtige Entitäten und weisen einen hohen Grad an Adaptivität auf. Sie sind demnach sehr wohl agil und lernfähig. Analog findet Evolution durch permanente Störung statt. Komplexe Organismen brauchen ein starkes Immunsystem, und diese Immunsysteme müssen ständig “trainiert” werden – durch Infektionen, oder in der Wirtschaftswelt: durch Krisen. „Disruption“ ist so gesehen nur eine Information, die zur Veränderung anregt. Richtig verstanden also eine konstruktive Störung. Dieser auch als „Technolution“ bezeichnete aktuelle Wandel der Arbeitswelt erfordert also vielmehr ein Teamplay mit Technologie. Mensch und Maschine sollten nicht als Konkurrenten, sondern als Partner mit komplementären Stärken agieren.

Knotenpunkt sein statt Einzelkämpfer.
Um nicht Opfer, sondern Gestalter des Digitalen zu werden, muss der unternehmenseigene „Future Code“ erkannt werden. Dazu bedarf es vor allem der Orientierung an der eigenen Identität, der Pflege langfristiger Partnerschaften und einer gelebten, offenen Führung und Kultur. Echte Innovation entsteht nur dort, wo Spielräume für exploratives und achtsames Denken und Handeln vorhanden sind. Erfolgreich in einer vernetzten Wirtschaft werden jene Unternehmen sein, die sich als Teil verschiedener Ökosysteme begreifen und ihre interne und externe Anschlussfähigkeit erhöhen.

Für die kommenden Jahrzehnte prophezeit die aktuelle Zukunftsforschung übrigens die Entstehung eines neuen Menschentypus: Dem „Homo ex Data“, dem datenbasierten Menschen. Ausgestattet mit und umgeben von Sensoren werden wir Teil einer „biokünstlichen“ Realität, in der künstliche und natürliche Systeme miteinander kooperieren. Als Teil einer Welt, die nach absoluter Transparenz strebt und durch universellen Datentransfer organisiert werden wird. Aber mal langsam … ganz so weit sind wir ja im Moment ja noch nicht. Und ich muss sagen, zum Glück … 🙂

Die Autorin:
Isabell Rütten hat Wirtschaftspädagogik an der Uni studiert. Nach der Uni sammelte sie zunächst
Textererfahrung in der Digitalagentur denkwerk und wurde DJane und Veranstalterin von rheinrhythmik. Ins treibhaus-Glück startet sie aktuell in der Kölner Niederlassung von insglück.

Wo ist der Call to Action?

„Gesellschaftspolitische Kommunikation“ steht auf dem Programm – ein vielversprechender Titel. Neugierde, Erwartung, Fragezeichen auch. Vor allem nach 6 Monaten Pharma, Auto, schneller höher weiter. Endlich die gute, die relevante Sache.

Zur Sache spricht Mark Daniels, ein Berater, CD und Teamleiter bei neues handeln, einer Kommunikationsagentur für den Non-Profit-Bereich. Die allseits bekannte Organspende-Ausweis-Origami-Kampagne stammt aus ihrer Feder, aber auch eine Vielfalt weiterer Cases für Ministerien, NGOs, Stiftungen und sogar Lebensmittel-Konzerne. Solange es kein so genanntes Greenwashing ist. Denn das ist nicht authentisch.

Ich erfahre die Unterschiede zwischen Profit und Non-Profit. Anhand von praktischen Beispielen. Beim Non-Profit steht – verkürzt gesagt – nicht triviale Absatzförderung auf dem Plan. Vielmehr die „Sensibilisierung für wichtige Themen“ oder auch die „Anregung zur Meinungsbildung“.

Wenn hier auf dem Plakat „Egal wie Sie ihn tragen, Hauptsache Sie haben ihn.“ steht, geht es nicht etwa darum mich zum Organspender zu machen, sondern darum, dass ich mir eine Meinung zum Thema Organspende bilde. Wenn auf einem anderen Plakat „Kein Krieg auf meinem Körper“ steht, geht es nicht darum, dass ich Geld spende oder tatkräftig unterstütze – es geht darum, mich ganz generell für das Thema Gewalt an Frauen in Kriegen zu sensibilisieren.

Finde ich argumentativ nicht überzeugend. Was genau soll ich jetzt machen?! Für mich klingt das nach mangelnder Zuspitzung. Und auch nicht authentisch – obwohl gerade das ja scheinbar so wichtig ist. Offensichtlich hab ich da was nicht kapiert. Das bleibt auch bis zum Ende des Workshops so. Nein, sogar bis zum Ende des Abends inklusive kontroverser Diskussion mit Mit-Treibhäuslern. Was ist wohl der kommunikative Unterschied zwischen Profit vs. Non-Profit? Beim Reflektieren über die gesehenen Cases bringt’s eine Kommilitonin auf den Punkt: Fehlt da nicht der Call to Action? Ist zwar schnöder Marketing-Sprech, aber Bingo!

Kauf mein Auto, wähle meine Partei, billige mein Gesetz, befolge mein Gesetz, Spende für meine NGO, oder Dein Organ – geht es nicht immer darum, eine Haltung zu festigen oder zu ändern? Um so zum Handeln zu bringen? Ob direkt „Nur noch wenige verfügbar“ oder indirekt „me Convention“ ist eine Frage der Rhetorik, keine Frage von Profit oder Non-Profit. Oder gar Authentizität.

Oder ich hab ich da etwas Fundamentales nicht verstanden?
Das hier ist übrigens meine „Anregung zur Meinungsbildung“.

Der Autor:
David Hartgenbusch ist beharrlicher Design-Student an der KISD (TH-Köln), gelernter Mediengestalter und hat auch mal kurz Architektur studiert. MATT CIRCUS brachte ihn zur Live-Kommunikation, derzeit arbeitet er als Junior-Konzeptioner bei FEDERFREI.

Tatort: Wohnzimmer. Köln.

Die digitale Transformation bricht alte Regeln und gestaltet unseren Raum neu. Digital oder analog – die beiden Ebenen verschmelzen. Der Raum schafft eine Plattform, wo sich Menschen vernetzen, Dialoge entstehen und Geschichten erzählt werden.

Die Geschichte von onliveline, dem Büro für Konzeption und Inszenierung, begann mit einem Holztisch in Petra Lammers Wohnzimmer. An diesem Holztisch wurde Hirnschmalz verbraten, guten Kaffee getrunken und mit Leidenschaft entwickelt.

Das Ziel von onliveline ist es bis heute, Inhalte zu produzieren und Geschichten zu kreieren. Storytelling heißt für Petra Lammers, nicht alles zu erzählen und die Komplexität der Inhalte zu reduzieren. Denn Storytelling verbindet einzelne Kommunikationspunkte durch eine Strategie, zu einer sich entwickelnden Geschichte. Immer mit dem Fokus die Menschen emotional zu berühren.

Petra Lammers vermittelt uns am zweiten treibhaus-Wochenende den anregenden Ansatz, ein Konzept nicht nutzerzentriert, sondern raumzentriert zu denken. Das heißt, sich als Konzepter die richtige Botschaft aus einem Kundenbriefing zu ziehen und sich die Fragen zu stellen: Was ist die Essenz, die der Raum erzählen muss? Was kann er von sich aus erzählen? Und wie können wir ihn gestalten, dass er erzählt, was er erzählen soll?

Elf Studenten, die konzentriert am Holztisch bei Petra im Kreativ-Atelier sitzen, viele spannende Eindrücke mitnehmen, neue Perspektiven kennenlernen und guten Kaffee konsumieren. Elf Studenten, die ab heute mit Adleraugen jeden Raum wie einen Tatort analysieren.

Die Autorin:

Laura Eberspächer ist als Polygrafin ins Berufsleben gestartet und hat sich im Bereich Branding, Design und Storytelling spezialisiert. 2018 hat sie ihren Bachelor in Multimedia Production mit der Vertiefung Branded Motion abgeschlossen. Um quer zu denken und starke Geschichten zu entwickeln, arbeitet sie als Junior Brand Manager bei der standing ovation ag in Zürich.

Kongress muss nicht langweilig sein – Inspirierende Raum-Inszenierungen beim BrandEx 2019

Die Organisatoren entschieden sich für ein (barrierefreies!) Ein-Raum-Konzept für beide Eventteile, so dass Kongress und Award-Feier nahtlos ineinander übergehen konnten. In der Halle 3 des Dortmunder Messe-Komplexes leitete ein überdimensionaler roter Teppich die Teilnehmer von der Straße aus durch einen Light-Tunnel, vorbei an der Pappen-Ausstellung der nominierten Projekte und einer riesigen Weltkugel, zur Mitte der Fläche. Hier befanden sich die  überdimensionale LED-Wand der Hauptbühne und die beiden Keynote-Lounges 1 und 2.
 
Zu allen Seiten hin wurde die Main Area von den 6 kleineren Themenflächen umringt, die geschickt durch Mobiliar  oder Teile der jeweiligen Bühnenwände und Food-Stations vom großen Saal abgetrennt, und trotzdem einladend offen platziert wurden. Die akustische Herausforderung wurde dabei durch die Ausgabe von Audiogeräten an jeden BrandEx-Besucher gelöst, was ich als sehr angenehm empfand.
Jeder der 6 kleineren Themen-Areale war inhaltlich passend auf das entsprechende Programm gestaltet worden. Die Fresh-Stage ahmte zum Beispiel einen „Backstage“ nach: Das Bühnenbild zeigte eine Aufnahme vom Blick hinter der Bühne in einen bestuhlten Konzertsaal, man saß auf Holzwürfeln und an der Food-Station lagen Smoothies und Früchte zur Stärken bereit.
Die Urban Stage ahmte mit einem Sofa und Lampenschirmen den Look eines typischen Wohnzimmers nach, Nature Stage war mit Holzsitzmöbeln und Pflanzen wie eine Indoor-Garten gestaltet und in der Future-Area lud eine interaktive VR-Ausstellung zum Erkunden ein.
  
BrandEx / Socialmediafotograf Ronny Barthel / Dirk Hasskarl Fotografie
Über die gesamte Halle verteilt standen Getränke-Kühlschränke bereit, aus denen sich die Teilnehmer bedienen konnte, es gab den obligatorischen „Agentur“-Kicker und sogar einen BrandEx-Selbstbedienungs-Späti – hier merkte man einmal mehr, dass die BrandEx-Organisatoren selbst Teil der Event-Branche sind – ihr gewähltes Raumkonzept strahlte eben diese Lockerheit und das „Unter-sich-zu-sein“-Mentalität aus, zeigte andererseits die große Bandbreite unserer multidisziplinären Branche und zahlte trotz der begrenzten Finanzmittel gekonnt und liebevoll gestaltet auf die einzelnen Kompetenzfelder ein. Für mich eine rundherum sehr gelungene Rauminszenierung.
Isabell Rütten, Studentin am treibhaus 0.8

BrandEx / Socialmediafotograf Ronny Barthel / Dirk Hasskarl Fotografie
Die Keynote Lounge 1 präsentiert sich offen auf der Fläche der Mainarea. Trotz des offen gehaltenen Setups, grenzt sie sich durch hohe Sitzmöbel am Rand und eine kleine Erhöhung der Fläche klar ab. Man fühlt sich nicht, wie bei den anderen Bereichen, in eine andere Welt versetzt und wird häufig durch Einflüsse um diesen Bereich herum abgelenkt. Die Lounge war insgesamt sehr schlicht gestaltet und es fehlte leider der Charme und die Atmosphäre, die bei den anderen Bühnen zu finden war. Für die Abendveranstaltung wurde die Keynote Lounge in eine Lounge für Award-Nominierte umgewandelt. Hierfür wurden die hohen Möbel am Rand und die Leinwand entfernt, die grauen, gepolsterten Stühle in der Mitte blieben stehen. Der Bereich wurde jedes Mal, sobald die nominierten auf die Bühne gerufen wurden, mit Spotlights beleuchtet.
Tristan Rebischke, Student am treibhaus 0.8

 

 

BrandEX 2019 – Willkommen im fresh Areal!

Dieser Bereich widmete sich speziell dem kreativen Nachwuchs. Neben dem Fresh Award, bei dem Berufseinsteiger, Junioren und Studenten ein Ausrufezeichen in der Branche hinterlassen konnten, lud das Fresh Areal dazu ein Spaß zu haben und bot eine Spielwiese für kindliche Gedanken. Initiiert und konzipiert wurde dieser Bereich unter anderem von Kai Janssen, freier Konzepter und Preisträger des BrandEx Awards. Gegen jede Erwartung stahlen kleine Spiele wie das “Blind Date as an employer”, besser bekannt als das TV-Showformat “Herzblatt”, ein Modellbau-Workshop mit Christine Hartwig zum Thema Scenography und eine Vielzahl an Agency Pitches anderen Bühnen die Show. Zu jedem Zeitpunkt ausgelassene Stimmung und ein bemerkenswertes Auditorium hat Eindruck hinterlassen, nicht nur beim Nachwuchs, sondern auch bei den Etablierten der Branche.
       
Copyright: BrandEx / Socialmediafotograf Ronny Barthel / Dirk Hasskarl Fotografie
Anstehen zum Agentur-Pitch! Um die Gunst des Nachwuchses bemühten sich u.a. diese Kreativ-Chefs: Andreas Horbelt von facts+fiction, Simon Stahl von Marbet und Christopher Werth von VOK DAMS. (Bild unten rechts, v.l.n.r.) Das Publikum hat`s gefreut. Das treibhaus 0.8 auch!

Für uns Treibhäusler war ein Klassentreffen der ehemaligen Studenten ein besonderes Schmankerl. An dieser Stelle danke für die Organisation, die Einladung und natürlich für die freshen Snacks, Getränke und Denkanstöße an die Veranstalter und Teilnehmer.


Copyright: BrandEx / Socialmediafotograf Ronny Barthel / Dirk Hasskarl Fotografie
treibhaus 0.8-Absolventinnen beteiligten sich aktiv und ehrenamtlich am Gelingen des BrandEx mit kreativen Workshops in der Fresh Area: Irene Menke und Kim Ermler aus dem letzten Jahrgang mit “Das kleine Kreativ-Handwerk – Vom Insight zur Idee” und Christine Hartwig, mittlerweile erfahrene Freelancerin und treibhaus-Dozentin mit ihrem Szenografie-Workshop THINK – BUILD – RECREATE.

 
Die Zukunft der Branche erwartet ein Feuerwerk an heranwachsenden Konzeptern – es wird unmöglich sein, sie zu übersehen.
Text: Karsten Göke,  treibhaus 0.8 Student
Bildunterschriften: Annette Beyer
Copyright alle Fotos: BrandEx / Socialmediafotograf Ronny Barthel / Dirk Hasskarl Fotografie

BrandEx-Awardshow und Aftershowparty – Party geht auch im Business

Bis zum Ende waren wir da. Auf der Aftershowparty des BrandEx-Award. Das soll was heißen.
Aber jetzt nochmal von vorne. Herausforderung: Preisverleihung. Wie unterhält man zweieinhalb Stunden lang ein Publikum, das dabei zusieht, wie andere Preise überreicht bekommen? Erste Maßnahme: Aljoscha Höhn. Eindeutiger Publikumsliebling der Live-Kommunikationsbranche. Er kennt sie alle beim Namen und reißt hier und da einen provokativen Witz, der die Vertrautheit mit dem Publikum klarmacht. Außerdem bemühte Aljoscha Höhn sich stark um Schlagfertigkeit. Das ist wohl einer dieser Soft Skills der Moderatoren. Hast du gut gelernt, Aljoscha! Nun hatten wir also schon einmal den besten Moderator, den sich das Publikum nur vorstellen konnte.
Moderator Aljoscha Höhn präsentiert die Doppel-Gewinnerin Petra Lammers von Onliveline (Bild links) und die Gewinner der
neuen Nachwuchs-Kategorie fresh.

Während der Auszeichnung der besten Events des Jahres 2018 war ich besonders aufmerksam, weil wir die Einreichungen bereits einen Tag vorher im treibhaus-Workshop begutachten und bewerten durften. Ich zähle in diesem Text keine Gewinner auf. Diese können der BrandEx-Webseite entnommen werden. Mir ist aufgefallen, dass wir in der „treibhaus-Klasse“ andere Platzierungen verteilt haben als die Jury. Das kann nun zum einen an unserem noch wenig geschulten Auge liegen, oder auch einfach daran, dass die Bewertung doch eher subjektiv ist. Ein CD, dessen Profession in Richtung Raumgestaltung geht, bewertet dasselbe Event womöglich mit einem anderen Fokus, als einer, der beispielsweise verstärkt auf Dramaturgie und Storytelling achtet. Dementsprechend denke ich, dass die, die keinen Preis erhalten haben, gar nicht traurig sein müssen. Das bedeutet nämlich nicht, dass sie keinen Preis verdient haben. Also, macht euren Erfolg weniger von Preisen als von unterhaltenen, proaktiven und beeindruckten Adressaten abhängig. Und an alle Gewinner: Herzlichen Glückwunsch! Nun habt ihr einen weiteren Indikator dafür, dass ihr euren Job toll macht.


Die treibhaus-Community vor der Gewinnerwand: Unsere Partner-Agentur insglück holte gleich 4 Awards, unser neuer Partner onliveline holte 2, Absolvent Stani Tellow den ersten Award für Nachwuchs-Freelancer, und Dozent Kai Janssen mit Matt Circus Gold und Bronze. (im Uhrzeigersinn) Außerdem gratulieren wir unseren Frankfurter Partner-Agenturen Voss+Fischer und Jazz Unique! Kein Foto gefunden. Wo wart ihr denn?

Nachdem alle Preisträger gekürt und gefeiert waren, durfte man sich wieder Alkohol von der Bar holen und sich von den kulinarischen Künsten der Branchen-Caterer beeindrucken lassen. Ich aß eine hawaiianische Poké Bowl mit Tofu und danach einen Süßkartoffel-Gemüsestrudel. Dann noch einen vegetarischen Burger und ein entzückendes Dessert aus Schokolade, Früchten und Kokosnuss-Eis, serviert in einer Kokosnussschale. Besonders das Dessert hat mich glücklich gemacht. Es hat mir nämlich die Entscheidung zwischen Eis, Schokolade und Früchten abgenommen. Und auch sonst war jedes Gericht vorzüglich. Ach ja, die Portionen waren klein, sodass man möglichst viel Verschiedenes essen konnte. Das war toll! Bei dem Dinner wurde – soweit ich das beurteilen kann – nur wiederverwertbares Geschirr und Besteck ausgegeben. Danke für den kleinen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit!

 
Immer wieder das  Beste, das die Event-Branche für Magen und Tanzbein zu bieten hat: Die Caterer vom Verband LECA und die Partyband GOODFELLAS.

Nun zur Party: Hier sind die Organisatoren kein Risiko eingegangen und haben die beliebteste Band der Branche gebucht: die „Goodfellas“. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass die Band auf eine Gage verzichtet hat. Diese sehen sie dann wohl in neuen Aufträgen durch ihre Show beim BrandEx wieder. So gesehen war das ein Promo-Auftritt. Ein sehr cooler Promo-Auftritt. Die Band hat während des Dinners schon angefangen zu spielen. Meine Aufmerksamkeit galt in der ersten halben Stunde nur dem Essen. Als ich dann satt war, hörte ich hin, und nach ein paar Songs zogen sie mich mit „Will Smith – Prince von Bel Air“ auf die Tanzfläche. 20 Minuten lang haben sie dann nur Hip-Hop und R’n‘B Songs gespielt: von Eminem bis Destiny’s Child. Das Besondere an den „Goodfellas“ ist, dass sie sich für kein Genre entschieden haben, sondern einfach alles Gängige top performen: Pop, Soul, Hip Hop, R’n’B und Rock. Mit ihrer antreibenden Charts-Musik und konsequenter Partyanimation holten sie dann auch den letzten Muffel irgendwann auf die Tanzfläche. Ich habe jedenfalls eher wenige Menschen gesehen, die ihren Business-Stock nicht aus dem Arsch bekommen haben. (Entschuldigen Sie die Ausdrucksweise!)

Voll die Party-Tiere – Der halbe aktuelle treibhaus-Jahrgang mit “Chefin” irgendwann morgenscopyrigt treibhaus 0.8

On Top, und sozusagen als Schmankerl, gab es zwischendrin eine heiße Barkeeper-Cocktailmix-Show. Tanzend, hüpfend, stemmend, jonglierend und animierend mixten zwei erfahrene und talentierte Barkeeper-Tänzer Cocktails für das Partyvolk. Dabei gossen sie unter anderem ein darstellerisch gemixtes Gemisch aus Vodka und irgendwelchen Säften in einen Gläserturm, der von einem der beiden Showmen durch eine Stange in seinem Mund, auf der das Tablett mit den Gläsern befestigt war, balanciert wurde. Ihr könnt Euch also vorstellen, wie originell das war. 15 Minuten lang genoss ich die coolste Bartender-Performance meines bisherigen Lebens und am Ende hatte ich was zu Trinken. Was will man mehr?
Zur Party wurde die Veranstaltung für mich spätestens mit Will Smith. Auch vorher ließ ich mich von der entspannten Atmosphäre mitreißen und von dem Essen begeistern. So etwa um halb 4, eine halbe Stunde nachdem die Musik ausging, wurden wir sehr nett und friedlich darum gebeten , uns zu verabschieden. Das taten wir dann auch, ein wenig wehmütig.

copyright alle Beitragsfotos ohne Vermerk: BrandEx / Socialmediafotograf Ronny Barthel / Dirk Hasskarl Fotografie,
Bildunterschriften: Annette Beyer

Die Autorin:
Anja Schwarz studierte Theater- und Medienwissenschaften und Ökonomie, bevor sie in einem Auslandspraktikum im Libanon erste Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung von Jugendveranstaltungen zur Konfliktlösung sammelte. Sie hat ein Faible für Performancekunst und liebt das Tanzen. Ideenfeuerwerke zündet sie nun als Volontärin der Konzeption bei CB.e in Berlin.