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Kunst auf Nimmerwiedersehen?

Berlins Neue Nationalgalerie schließt auf Jahre, Olafur Eliassons „Institut für Raumexperimente“ an der UdK wahrscheinlich für immer. Aber die gemeinsame Totenfeier war super!

Autorin: Annette Beyer

Annette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future NowsAnnette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future Nows  Annette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future NowsAnnette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future NowsAnnette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future Nows Annette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future Nows  Annette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future Nows  Annette Beyer, treibhaus 0.8, Neue Nationalgalerie Berlin, David Chipperfield, Institut für Raumexperimente, Festival of Future NowsAch, so wackelig ist dit Ding schon, dasse 140 Baumstämme brauchen, damit dit Dach nich einstürzt.“ „Nee, det sind keene Stützpfeiler, det is Kunst.“ „Ick weeß nich – mitten inner Stadt n Wald.“ „Genau dit isses, was uns der Künstler damit sagen will: Wir solln uns schon mal druf einstellen, dasse dit ooch wieda nich hinkriegen mit die Sanierung. Und in 30 Jahren wächst hier wieder n schöner Wald und an einem Baum hängt n Schild: Hier stand mal die berühmte Neue Nationalgalerie des Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe.“

David Chipperfields Wald

Die Berliner machen sich so ihre eigenen Gedanken über die aktuelle Baum-Installation des Star-Architekten David Chipperfield in der oberen Glashalle der Neuen Nationalgalerie. 140 entrindete Fichtenstämme verwandeln den „schönsten Raum Berlins“, so Chipperfield, in eine monumentale Säulenhalle. Er macht damit genau das Gegenteil dessen, was der ursprüngliche Architekt Ludwig Mies van der Rohe erreichen wollte. Der legte das elegante Flachdach auf so schlanke Stahlstützen, dass es fast freischwebend wirkt. Nun ja, Chipperfields Fichtenwald ist nur eine Abschiedsvorstellung. Sein Büro ist mit der denkmalgerechten Sanierung des Architektur-Klassikers aus den Sechzigern beauftragt. Und das kann Jahre dauern, im glücklichsten Falle nur drei. Aber in Berlin hat man gewisse Erfahrungen mit öffentlichen Bauprojekten und trauert, als ob der endgültige Abriss der Neuen Nationalgalerie bevorstünde.

Olafur Eliassons Kunstfestival

Gar nicht traurig wirkt das Leben in und um die Neue Nationalgalerie beim dreitägigen „Festival of Future Nows“. An diesem ersten November-Wochenende des Jahres strahlt der Himmel wie im Mai. Erstaunlich viele Menschen flanieren erstaunlich entspannt über das sonnenbeschienene Plateau und durch den lichten Fichtenwald in der Glashalle. Ab und zu entdecken sie ein „Raumexperiment“ – am liebsten mit der Handykamera. Denn so fotofreundliches Tageslicht wie der flache Glaskubus der Neuen Nationalgalerie bietet kaum eine zweite Ausstellungslocation. Die Raumexperimente spielen mit Licht, Sound, Haptik, bieten künstlerische Live-Aktionen von der Lyrik-Lesung bis zum Schnellzeichner, aber auch eine Schaukel, auf der sich auch Erwachsene den Spätsommerwind um die Ohren wehen lassen. Eine Strickleiter ist attraktiv, aber wohl eher metaphorisch gemeint. „Do not use!“ Dafür darf man einer Münzstaplerin beim Erbauen ihrer 17 cm hohen Säule behilflich sein oder sich von statisch aufgeladenen Plastikfäden kitzeln lassen. Alles bei freiem Eintritt. Nur am kunstvoll gestapelten Quader mit dem dicken Ausstellungskatalog – Titel: The best Art School in the World“ – entschuldigt sich ein Schildchen mit „Sorry. Not for free.“

Mit diesem heiteren kleinen Kunstfest verabschiedet sich Berlins Lieblingskünstler Olafur Eliasson nach 5 Jahren von seinem senatsgeförderten Projekt „Institut für Raumexperimente“. Hier lehrte und erforschte der dänisch- isländische Experimental-Künstler mit Kunststudent(inn)en und internationalen Gast-Künstlern Grenzbereiche des Künstlerischen. Das Festival of Future Nows präsentiert nun die Essenz dieser Arbeit. Und ja, das Projekt macht seinem Namen alle Ehre: Es ist tatsächlich keine Kunstausstellung, sondern ein echtes Festival. Meine Beobachtung an diesem sonnigen Nachmittag: Seine glücklichsten Besucher haben Kunst nicht nur geguckt, sondern für ein paar gelungene Momente wirklich gelebt.

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