Mach es machbar und die Regie ist dankbar!

„State of the art“, „talk of the town“ oder „out of the box“ sind nicht nur irgendwelche englischen Phrasen. Jeder in der Kommunikationsbranche hat sie schon einmal gesagt. In meinen Ohren klingen sie bereits wie die Grundgesetze der kreativen Konzeption. Die Idee haben, sie entwickeln und verkaufen macht den Konzeptioner-Beruf aus. Aber wo fängt die große Liebe an?

Bei den Erlebnissen. Denn das schönste an Veranstaltungen ist das Erleben. Während wir so an unseren Konzepten herumtüfteln, versuchen wir uns stets vorzustellen wie sich das Ganze wohl anfühlen kann, soll, wird. In diesen Gedanken fühle ich mich besonders wohl. Während ich in meinem persönlichen Brainstorming-Tagtraum so vor mich hin denke, höre ich immer wieder und immer lauter die Stimme der Realität, die flüstert: „Mach es machbar!“ Ich hasse sie, aber ich brauche sie, sonst wird das Konzept nicht zum Erlebnis.

Deshalb ist es umso besser, dass wir in der Treibhaus-Ausbildung Menschen wie Lienhard Schäfer kennenlernen. Er ist Ablaufregisseur. Ohne ihn geht gar nichts. Das wird jedem spätestens vor Ort klar. Er weiß was der Inszenierung gut tut und was nicht. Er kennt die Stolpersteine. Er versteht die Kunden, die Stars, die Protagonisten, die Mitarbeiter und ganz wichtig: die Besucher. Und er weiß sie alle zu koordinieren. Das große Ganze ist das Ziel. Da muss alles stimmen. Der Ablaufregisseur ist der Dirigent der Veranstaltung. Der Konzeptioner übergibt dem Ablaufregisseur für das Event das Zepter und vertraut auf eine reibungslose Performance des Konzepts auf dem Event. Dafür muss der Regisseur darauf vertrauen, dass der Konzeptioner die bestmögliche Umsetzbarkeit mitgedacht hat. Da wären wir wieder bei der Stimme der Realität.

Location, Raumplanung, Gästeflow, Raum- und Bühnengestaltung, Licht, Ton, Medien, Effekte, Interaktion und Akteure. Das alles sind Disziplinen, die Konzeptioner verstehen und berücksichtigen müssen. So stehen sie als die Erfinder der Veranstaltungen mit den Experten jeder Disziplin in enger Zusammenarbeit und in der Verantwortung für das Erlebnis. Das klingt für mich nach einer wunderschönen Aufgabe, der wir nur gerecht werden können, wenn wir bereits in der Ausbildung jedes Event, das wir mit entwickelt haben, tatsächlich erleben. Oder kennt ihr sehr gute Köche, die ihre Speisen nicht selbst probieren?

Die Autorin:
Anja Schwarz studierte Theater- und Medienwissenschaften und Ökonomie, bevor sie in einem Auslandspraktikum im Libanon erste Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung von Jugendveranstaltungen zur Konfliktlösung sammelte. Sie hat ein Faible für Performancekunst und liebt das Tanzen. Ideenfeuerwerke zündet sie nun als Volontärin der Konzeption bei CB.e in Berlin.

Anmerkung: Soweit in diesem Text Berufs- Gruppen- und/oder Personenbezeichnungen Verwendung finden, so ist stets die genannte männliche und de weibliche Form gemeint. Daher wird bewusst von einer genderneutralen Ausdrucksweise abgesehen.