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Olafurs Innenhöfe

Wer dachte, Treibhäusler bekommen ihren Input immer sitzend und um einen Tisch herum, hat falsch gedacht. Das Treibhaus-Wochenende im Juli fing mit einer freitäglichen Stadtführung durch München an.

„Schon mal von Olafur Eliasson gehört?“ – wie sich herausstellte, hat unser Gastgeber Pat Kalt von tisch13 viele Jahre lang mit dem inzwischen international bekannten dänischen Künstler zusammengearbeitet. Dabei besonders interessant für uns Volontäre: der Vergleich von Künstler und Agentur, wenn beide Parteien sich auf Live-Erlebnisse spezialisieren.

Wie sehen Inszenierungen aus, die nicht primär für Marketingzwecke gedacht sind? Wie kann man bewusster mit dem Begriff „Ästhetik“ umgehen? Wer steckt hinter dem Künstlernamen und inwiefern agiert dieses Team wie eine Agentur? Außerdem… Muss man als Künstler wie Olafur Eliasson noch pitchen? Spannende Insights zu spannenden Projekten.

Nach einem informativen Appetizer von Pat in seiner frisch renovierten Agentur, von der aus man einen wunderschönen Blick über München hat, sind wir losgezogen. Pat auf seinem Motorrad, wir Treibhäusler wie 10.-Klässler auf einer Klassenfahrt. 2 und 2 hintereinander, schön der Reihe nach.

Foto: Saskia Keren, ebenso Titelfoto

Erste Station: Olafur Eliassons „Endlose Treppe“ im Stadtteil Schwantalerhöhe.  Inspiriert von der Form einer Kugel erwies sich diese Treppe bei ihrem Bau als eine besondere Herausforderung. Geometrische Formen, physikalische Gesetze und juristische Richtlinien konnten erst mit pfiffigen Kniffen und viel Bürokratie vereint werden. Das hat dem Künstlerteam zwar manchen Schlaf gekostet, umso triumphierender aber der Erfolg! Durch die Platzierung der Treppe im Innenhof kann der Besucher jetzt nämlich zwei Effekte bewundern: 1. Den ästhetischen Effekt, der entsteht, wenn sich die Treppe in den Fenstern rundherum spiegelt und der Besucher sich selbst sieht. 2. den interaktiven Effekt, der einen besonderen Austausch zwischen Treppengängern und Arbeitenden hinter den Fenstern ermöglicht.

Foto: Anne Ullrich

Zweite Station der Tour: die Stahlkugel „Sphere“ in der Innenstadt. Ein weiteres Spiel mit geometrischen Formen in Innenöfen. Auch hier interessant zu bemerken, wie das Storytelling rund um die Entstehung der Werke das Erlebnis selbst prägt. Von Vogelkacke und Eiszapfen-Vorbeugung, winterlichen Werkstätten auf dem Dach bis hin zu dramatischen Kran-Vorfällen war alles dabei. Am Ende zu sehen: eine riesige, prunkvolle, vielschichtige und facettenreich schwebende Kugel über den Köpfen der Passanten.

Mein Treibhaus-Learning von diesem Wochenende: Noch mehr Respekt vor Pat und Olafur, die Installationen im Freien erfolgreich und effektiv errichtet zu haben und der ursprünglichen Idee trotz vieler Herausforderungen treu geblieben zu sein.
Mein Treibhaus-Fazit: Absolut weiterzuempfehlen.

Die Autorin:

Anne Ullrich
Studium: BA Ästhetik und Kultur in Aarhus, Dänemark. Volontariat:  Kreativ-Konzeptionerin für Live-Kommunikation, seit November bei VOK DAMS in Berlin. 

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