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treibhaus goes EXPO – Folge 1

Feeding the Planet, Energy for Life ist das Thema der aktuellen Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand. 145 Länder, einige internationale Organisationen, NGOs und Unternehmen präsentieren sich für 6 Monate in 95 Pavillons. Das treibhaus 0.8 war Mitte Juni für 2 prallvolle Tage dabei. 14 treibhäusler schwärmten aus und fahndeten nach überzeugenden Pavillon-Konzepten und starken Live-Erlebnissen. Unsere Pavillon-Rezensionen – kritische und begeisterte – lest ihr in nächster Zeit hier:

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Photos Copyright Inexhibit, 2015, all rights reserved

Länder-Pavillon
Vereinigte Arabische Emirate

Eine Stunde Anstehen. Und wehe, es setzt sich jemand auf die entlang des Pavillons aufgetürmte Erde! „Warum brauchen die so lang? Zeigen die da drin einen Film?“ frage ich meine Freundin. Die lacht in ihrer Verzweiflung, während sie versucht, sich vor dem Regen zu schützen.
Schließlich betreten wir den mit 12 Meter hohen und 140 Meter langen Wänden in Sandoptik gesäumten Gang des Pavillons der Vereinigten Arabischen Emirate. Dessen Form und Farben sind den Wellen auf den Dünen nachempfunden, die der Wind hinterlässt. Auf den ersten Blick wird sofort klar, dass hier unglaublich viel Geld eingeflossen ist – nichts anderes hätte ich von den Emiraten erwartet. Das Architekturbüro Foster + Partners hat hier saubere Arbeit geleistet.
Mehr zur Architektur.

Uns wird zunächst die Vierteilung des Pavillons erklärt: Der erste Teil beschäftigt sich mit den Problematiken des Landes, der zweite mit Lösungsansätzen. Der dritte – und jetzt kommt mein persönliches Highlight – besteht aus einem Film! (Also hatte ich doch Recht!) Und der vierte schließlich wird als interaktives Theater mit den Protagonisten angepriesen, in dem die Besucher selbst mitmachen sollen. Vielversprechend.
Die ersten beiden Teile entlang des hohen Ganges beherbergen Kuben, in denen in einer Mischung aus haptischen Gegenständen und Hologrammen die Problematiken und Lösungsansätze aufgezeigt werden. Die Besucher können über den Zusammenhang von Land, Energie und Wasser bei der Nahrungsmittelgewinnung viel erfahren. So ist beispielsweise die Fruchtbarkeit der Erde ein Thema, sowie der Wassermangel im Wüstenstaat und die Dattel als stärkste Frucht und Nahrungsquelle. Meine Spannung steigt während ich jede Station betrachte und den Hut neige vor den Ansätzen, die die Emirate vorstellen. Die Innovationskraft ist wie so oft beeindruckend.

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Ab da geht es den Bach runter. In einem runden Auditorium – quasi einem 360° Kinosaal – von dessen Leinwand nur ein Sechstel tatsächlich genutzt wird, spielt sich ein Zehnminüter ab, der vor Kitsch trieft. Amerikanisiert, mit Special-Effekts vollgeklatscht und einer Zeitreise der Protagonistin, ausgelöst durch ihr Tablet, gekrönt, vergesse ich jegliche Begeisterung über die Informationsgewalt, die ich vorher erfahren habe. Auf einer Zeitreise in die Vergangenheit lernt die Protagonistin Sara wichtige Lektionen zum Thema Nachhaltigkeit in der Zukunft. Ein Kommilitone erzählt mir, dass er in schallendes Gelächter ausgebrochen ist während für den anderen Fremdschämen pur angesagt war. Ich selbst war primär fasziniert von der Darstellerin der Großmutter, die es geschafft hat während der Sechzigerjahre als Beduine in der Wüste trotz Sandsturm und Geburtswehen immer ein perfektes Make-Up zu tragen. Hut ab! Das war in etwa so natürlich wie Kim Kardashians Kehrseite.
Das „interaktive“ Theater, welches unter dem Titel Future Talk steht, stellt sich als ein Hologramm-Theater heraus, in dem der Zuschauer lediglich Betrachter bleibt. Es wird nochmal alles zusammengefasst und man wird aufgefordert, aufmerksam gegenüber seiner Umwelt zu sein. Während die kleine Sara aus dem Film letztlich auf Italienisch (warum eigentlich nicht arabisch?) ein Liedchen trällert, ist die Reizüberflutung auf dem Höhepunkt angelangt und meine Auffassungsgabe am Ende. Vergessen sind die überragenden ersten Stationen des Pavillons, die Wasserproblematik und die prallen Datteln…
Letztlich bleibt es aber nicht dabei. Ein Future Business-Bereich schließt sich im Erdgeschoss an, in dem Dubai als Destination entdeckt werden kann. Mein persönliches Highlight zum Schluss: Die Vorstellung der EXPO 2020 in Dubai: Connecting minds, Creating the Future. So lautet das Motto, welches sich um die Themen Nachhaltigkeit, Mobilität und Möglichkeiten drehen soll. Es bleibt also spannend.
Letztlich wäre hier weniger mehr gewesen. Ich blende den Rest einfach mal bewusst aus und erinnere mich gerne an die ersten beiden Abschnitte; dann hat sich in meinen Augen auch die Stunde Anstehen wirklich gelohnt!

Die Autorin
Andela Riedel ist Medienwissenschaftlerin und Junior Konzeptionerin
in der Agentur EAST END in München.

 

 

 

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