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treibhaus goes EXPO – Folge 2

Feeding the Planet, Energy for Life ist das Thema der aktuellen Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand. 145 Länder, einige internationale Organisationen, NGOs und Unternehmen präsentieren sich für 6 Monate in 95 Pavillons. Das treibhaus 0.8 war Mitte Juni für 2 prallvolle Tage dabei. 14 treibhäusler schwärmten aus und fahndeten nach überzeugenden Pavillon-Konzepten und starken Live-Erlebnissen. Unsere Pavillon-Rezensionen – kritische und begeisterte – lest ihr in nächster Zeit hier:

Breathe Eingang  fernrohr

Länder-Pavillon
Österreich
Analoge Atempause
Bei vielen Pavillons auf der Expo kann man den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen, das Big Picture geht in lauter Technik-Spielereien unter. Im österreichischen Pavillon dagegen kann man den  Wald deutlich erkennen, denn wer den Pavillon betritt, findet sich tatsächlich inmitten eines echten österreichischen Waldes wieder. „Breathe Austria“ lautet das passende Motto dazu, mit dem Österreich seinen Beitrag zum Expo-Thema „Feeding the Planet“ leisten will. Und auch wenn die Herleitung, Sauerstoff sei die Grundlage allen Lebens und damit auch jeglicher Nahrung, zugegebenermaßen 3x um die Ecke gedacht ist, überzeugt mich die herrlich analoge und bodenständige Umsetzung in Kontrast zum üblichen Expo-Wettrüsten.
  Greetingselfie
Von außen betrachtet besteht der Pavillon aus einem puristischen schwarzen Kubus, der oben und unten offen ist. Bereits in der Warteschlange am Eingang holt mich der Geruch von Kiefern und Tannen aus dem Stress der Expo. Wasserzerstäuber sorgen für angenehm frisches Durchatmen. „Breathe Austria“ eben, von Anfang an. Im Inneren führt eine Rampe mitten durch vernebelte österreichische Wälder und hoch gewachsene Bäume auf den Rundweg des Pavillons. Es gibt keine vorbestimmte Wegeleitung, keine getimten Inszenierungen, Showmomente oder Videoschleifen, sondern nur den frei erkundbaren Wald und sehr dezent eingesetzte Info-Punkte. Diese klare und einfache Gestaltung macht den Pavillon für mich zu einer echten Ruhe-Oase und vermittelt damit sicher die angestrebte österreichische Außendarstellung.
Die Übermittlung konkreter Inhalte ist dabei unterschiedlich gut gelungen: Gut gefallen mir die Bodenmarkierungen, von denen aus die wild in Bäume gehangenen Buchstaben kurze prägnante Sätze wie „Air is Food“ oder „We grow Air“ formen und den Bezug zum Expo-Thema herstellen. Analog, einfach, passend. Diagramme und Zeichnungen an den Wänden und in Augmented-Reality Fernrohren sollen außerdem weitere Inputs zum Thema „Luft“ geben, sind aber nicht immer verständlich. Andere Stationen wirken gezwungen interaktiv, so lassen sich zum Beispiel per Luftpumpe nicht identifizierbare Figuren in Glaskästen aufpumpen oder an Wänden eigene Statements zum Thema Luft hinterlassen – mit der größten  „I was here“ Sammlung der Expo als Ergebnis.
Beeindruckt hat mich dagegen eine Zeichnung, die dem ganzen Pavillon einen wesentlich tieferen Sinn gibt als vielen anderen: Sie zeigt, dass der Aufbau des Pavillons kein Selbstzweck ist, sondern als Prototyp dient, um städtische Klimaprobleme zu lösen. Das Pavillon-Prinzip dieser „Kleinst-Wälder“  soll auf Schulen, Arbeitsplätze und andere Gebäude übertragen werden und so für frische Luft und besseres Klima in den Städten sorgen. Und dass das funktioniert ist definitiv für jeden erlebbar, der zwischen dem ganzen Expo-Stress zum Durchatmen und Regenieren hierher kommt.
Damit überwiegen für mich am Ende eindeutig die positiven Seiten des Pavillons, vor allem die Simplizität und die Abkehr vom Mehr, Teurer und Technischer zugunsten einer einfachen und konsequent umgesetzten Botschaft und eines klaren Designs. Eben einfach ein Platz, um sich zwischen dem digitalen Overload bei einer analogen Atempause mal wieder auf die Realität zu besinnen. Oder um es mit einem Zitat aus dem Pavillon zu sagen:
„When you take a Breath, you touch a Part of the Planet with the Inside of your Body”

Der Autor
Sebastian Gies ist studierter Sport- und Event-Manager. Zurzeit macht er sein Konzeptionsvolontariat bei FEDERFREI in Köln.

 

 

 

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