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treibhaus goes EXPO – Folge 6

Pavillon-Rezension
DEUTSCHLAND
Too much für die EXPO – aber als Science Center super

Der Deutsche Pavillon ist neben (bzw. nach) Italien der größte der Expo. Und kann zu Recht als ein Streber-Pavillon bezeichnet werden, was jedoch nicht unbedingt negativ aufgefasst werden sollte.
Die Tour beginnt in einem kleinen Raum mit 8 Bildschirmen an der Wand. In einem mit allen Bildschirmen interagierendem Video werden die Botschafter des deutschen Pavillons vorgestellt. Ein Apfelbauer, eine Imkerin, 2 junge Umwelt Aktivisten usw. Sie sollen den unterschiedlichen Räumen und Bereichen der Ausstellung ein Gesicht geben.

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Jeder Besucher erhält ein Seed-Board, eine gefaltete Pappe mit weißem Papier beklebt, und eine kleine Einführung in deren interaktive Nutzung auf der Standfläche.

Ressourcen-Show zu Wasser, Boden, Klima und Artenvielfalt
Der erste Raum der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema Wasser. Viele unterschiedliche Exponate laden zum Ausprobieren und selber aktiv werden ein –  mehr oder weniger funktional und verständlich. Die Interaktion mit den anderen Besuchern auf dem Dach über einen Bildschirm klappt nicht wirklich, andere Exponate sind ganz nett, aber eher nur für Kinder. Die Projektionen mit den Seed-Boards sind wiederum sehr interessant. Pro Exponat sind 3 Seed-Boards möglich, durch das Drunterhalten, Hoch-und-Runter-Bewegen und Hin-und-HerKlappen werden Infos abgerufen, Videos gestartet und unterschiedliche Aspekte visuell, aber auch durch Erklärungen in der auf dem Seed-Board vermerkten Sprache, abgerufen.
Ein Container in jedem Raum behandelt das entsprechende Thema noch einmal inhaltlich im Rahmen von Ausstellungen und Studien eines Wissenschaftsinstituts – Insgesamt ein sehr voller und wuseliger Raum mit vielen (zu vielen) Spiel- und Ausprobiermöglichkeiten.
Dieses Ausstellungskonzept zum Thema Wasser zieht sich   durch drei weitere Räume zu den  Themen Boden, Klima und Artenvielfalt.

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Vertikale Einkaufswagen und Eingemachtes aus der Agentur
Der letzte Raum beschäftigt sich mit Konsum. Vertikale Einkaufswagen fahren über Regalinstallationen und zeigen Videos von Produktions- und Herstellungsprozessen. An Bildschirmen können unterschiedliche Produkte in den Einkaufswagen gelegt und Informationen abgerufen werden.
Über eine Treppe geht es nach oben in einen Urban-Gardening Bereich. Zwischen Pflanzen, Kochtöpfen und Einmachgläsern werden Ideen, Projekte und Zukunftsvisionen zu den Themen Gemeinschaft, Essen, Nachhaltigkeit und Alternative-Lebensformen vorgestellt. An einer Sameninstallation kann musiziert, zwischen Pflanzen verweilt und an mehreren Ecken Ideen mitgenommen werden.

Beatboxing und Bienenauge – die interaktive Abschluss-Show
Den Abschluss der Ausstellung bietet eine 10-minütige Show unter dem Motto „Be(e) Active“ in einem separaten Raum. Um eine Rundbühne herum, an kleinen Leuchtstäben verteilt, sammeln sich die Besucher. Die Show beginnt: Zwei große Bienenaugen fliegen über die Menge und zeigen den Weg, den die Nahrung in Deutschland geht. Vom Feld, vorbei an Kühen, geht es auf den Markt, dann in Körbe und Einkaufstaschen und schließlich zu einem großen Gartenfest, unter das Messer und in die Kochtöpfe. Aktiviert wird die Vorstellung von zwei Beatbox-Künstlern, die die Besucher anleiten, das Video akustisch anhand der Sead-Boards durch klopfen, ratschen und klatschen zu begleiten. Mit der Menge gemeinsam entstehen die Geräusche, wenn die Möhre geschnippelt wird oder die Zwiebeln braten. Gemeinschaftsgefühl vermischt sich mit Überforderung, oft weiß man nicht, worauf man sich jetzt konzentrieren muss, trotzdem entsteht eine gute Stimmung und ein toller Sound.

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Guter Rutsch in die Freiheit
Mit den letzten Eindrücken des gemeinschaftlichen Gartenfestes werden die Besucher wieder in die Freiheit entlassen, dürfen noch statt einer Treppe eine Rutsche nach unten benutzen und landen wieder außerhalb des Pavillons, wo ein großer Restaurant-Bereich mit deutschen Spezialitäten, sowie eine Themenbühne warten.
Auch die Terrasse des Pavillons lohnt einen Besuch. Die Holzmaserung auf dem Boden soll an die Struktur des Landes erinnern, die aus der Sicht eines Überflugs über Deutschland zu sehen ist. Solarbäume und die Weiße Kuppel bieten nicht nur eine Darstellung neuester Solartechnik, sondern sollen auch die Wälder des Landes wiederspiegeln. Auf der rechten Seite stellen Exponate die unterschiedlichen Bundesländer in ihrer typischen Art und Weise vor und gemütliche Rastplätze laden zum Verweilen und Ausruhen mit toller Aussicht ein.

Mein Fazit:
Unter dem Motto „Fields of Ideas“ hat Deutschland das Thema der Expo nicht nur aufgegriffen, sondern auch interpretiert und weitergeführt und ermöglicht auch eine Betrachtung unserer heutigen Gesellschaft. Die Story Line durch den Pavillon beginnt mit den Themen Umwelt und Lebensenergie und bespielt hier die ausgewählten 4 Hauptthemen (Wasser, Boden, Klima und Artenvielfalt). Durch die thematisch breite Ausspielung sowie die vielen Stationen und Interaktionsmöglichkeiten sind die Räume überfüllt und tendieren eher zur Überforderung. Der Erzählstrang zieht sich weiter über das Thema Konsum bis zu Nachhaltigkeit. Durch die Vorstellung der Projekte und Ideen im Urban Gardening Bereich soll Gemeinschaft als wesentlicher Aspekt unserer Gesellschaft und als Zukunftslösung für nachhaltige Lebensweisen herauskristallisiert werden. Die Show soll nicht nur die nachhaltige Produktion (selbst die Schuhe der Hostessen sind kompostierbar) und Verwendung deutscher Lebensmittel verdeutlichen, sondern, wie auch schon durch den Gardening Bereich, die Menschen zum Aktiv-werden anregen (Motto „Be(e) Active“) und Deutschland als ein geselliges und lustiges Land positionieren (deswegen auch die Rutsche).

Ob Ottonormalbesucher wohl das Storytelling versteht?
Im Großen und Ganzen ist der Pavillon zwar zu voll mit Tools und Botschaften und ich bin mir auch nicht sicher, ob der Ottonormalbesucher das Storytelling wirklich versteht (wir hatten eine Führung), gefällt mir aber trotzdem recht gut, da Inhalte kommuniziert und beleuchtet werden, das Thema der Expo eigens interpretiert wurde und auch der Innen- und Außenbereich recht attraktiv gestaltet ist.

Die Autorin
Marie Sebald hat einen Bachelor in Event- Messe- und Kongress-Management. Zurzeit macht sie ihr Konzeptions-Volontariat in der Agentur Uniplan in Köln.

 

 

 

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