treibhaus kommt rum – diesmal: die Großveranstaltung “Klangwolke” in Linz

Ein starker Veranstaltungsort: das Donau-Ufer im Zentrum von Linz.

Die Wolke
Der Traum eines jeden Konzeptioners:
Eine laue Sommernacht. 100.000 Besucher im Donaupark. Festival-Atmosphäre. Freudige Erwartung. Aufgeweckte Stimmung. Und scheinbar unbegrenztes Budget. Willkommen bei der Linzer Klangwolke!

Der Albtraum eines jeden Konzeptioners:
100 Drohnen + 2 Großleinwände + Wasserwand + Projektionskugeln +Boote+Ruderboote+Chor+Live-Band+Kinder+Mitsingen+Filme+Autos+Nebel+
TrucksTänzerAkrobatenScheinwerferFeuerPapierfliegerFlyboardLEDs und endlich, endlich, nach einer laaaaangen Spektaktelstunde: das Feuerwerk! Aber bitte möglichst viel BUMM in möglichst keiner Zeit. Verhaltener Applaus. Ende. Die Besucher bleiben ratlos am Ufer zurück.

Und wofür das alles? Was bleibt am Ende der Veranstaltung übrig? Ich erinnere mich an schrille Musik, Bilder von Revolution und Zerstörung, bedrohliche Worte und viele schwarze Raben. Wenn es das Ziel war, 100.000 Menschen mit einem beklemmenden Gefühl und verstörenden Bildern im Kopf nach Hause zu schicken, dann chapeau! Aber eigentlich hatte ich mich auf das 50-jährige Jubiläum der Universität Linz gefreut. Doch nach dieser Uni Horror Show bekommen die Kinder hoffentlich keine Albträume vom Studieren.

Der Autor:
Foto_AndreasAndreas Koch ist Student am treibhaus 0.8 und Konzeptions-Volontär in der Frankfurter Agentur VOSS+FISCHER. Er hat einen Master in Kultur- und Medienwissenschaft.