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treibhaus kommt rum – diesmal in der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“

Dauerausstellung in der Hamburger Speicherstadt: In völlig abgedunkelten Räumen führen blinde Menschen das Publikum in kleinen Gruppen durch Alltagssituatonen. Aus Düften, Wind, Temperaturen, Tönen und Texturen wird ein Park, eine Stadt oder eine Bar gestaltet.
Foto: G2 Baraniak

Dialog im Dunkeln – eine Möglichkeit die Welt auf eine neue Weise zu erleben

Du gehst hinein und weißt nicht, ob du es bis zum Ende schaffen könntest oder vorher klaustrophobisch wirst.
Du gehst hinein und der einzige Wegweiser ist eine Stimme, die dich führt, die lacht und Scherze macht, und ab sofort fallen alle Zweifel ab. Du vertraust dich der Stimme an und gehst tastend in das Unbekannte. Mit einem Stab, mit dem man die Richtung prüft, und je tiefer man in das Dunkel eintritt, desto mehr verstärken sich die anderen Sinne.
Du gehst und es ist irgendwie alles in Ordnung und „unter Kontrolle“, weil du in jedem Augenblick jemanden von den anderen treibhaus Volontären berührst und wir zusammen durch alle unerwarteten Hindernisse gehen. Kaum kennen wir uns, aber das Vertrauen steigert sich mit jedem nächsten Schritt. Man hört Vögel und einen murmelnden Bach, man erkennt das verschiedene Obst und Gemüse auf dem Markt nach der Form und die Gewürze nach dem Duft. Auf dem Weg zur Bar überqueren wir eine laute, belebte “Straße”. Danach bestellen wir Prosecco und Zuckermandeln und man bekommt sogar das Wechselgeld zurück. Man liegt auf dem Boden, um die Musik intensiver mit seinem Körper zu erleben und die Welt der Erscheinungen ist irgendwie nur in deinem eigenen Kopf. Der Rest ist dunkel und wieder dunkel und es gibt nur Worte und wieder Worte. Der Dialog im Dunkeln ist der einzige Wegweiser in der Welt der Blinden.
Es gibt eine neue Ebene des Vertrauens am Ende unseres Abenteuers. Wir können Fragen an den Guide stellen, aber wir dürfen ihn nicht sehen. Er ist so lebensfroh, aktiv und mit Plänen für die Zukunft und erwähnt gar nicht alle Herausforderungen und Hindernisse in seinem Alltag.
Ich gehe nachdenklich nach draußen. Respekt Björn und vielen Dank!

Die Autorin:
denitsaruseva_net Denitsa Ruseva hat einen Master für Interkulturelle Forschungen und ist zurzeit Konzeptions-Volontärin in der Agentur concept X.

 

 

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